Möchte man im Detail verstehen, welche Aspekte im technischen Sinn die Jagd
beeinflussen und über Erfolg und Misserfolg entscheiden, ist es notwendig, sich
mit dem Thema Waffen,
Munition und
(Jagd-)Ballistik auseinanderzusetzen. Es handelt sich hierbei
um ein sehr umfangreiches Gebiet, das hier nur soweit behandelt werden soll, wie
es für den Laien zur Einführung hilfreich ist und dem Interessierten und
Experten in der jagdlichen Praxis nutzen und als Informationsbasis dienen kann.
Gerne berücksichtige ich die Meinung von fachkundigen Personen, um diese Website
und deren Inhalte besser zu gestalten. Bei Anregungen bitte ich daher,
mich zu kontaktieren. Nur so kann dieser Platz
verbessert werden.
Auf dieser und den folgenden Unterseiten setzte ich mich mit sechs Themengebieten
auseinander, die zusammen einen gesamthaften Überblick über die wichtigsten
technischen Einflussfaktoren von Waffen & Ballistik bei der Jagd geben. Dazu zählen:
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Büchsen: Jagdwaffen als Repetierer und Selbstlader /
Halbautomaten
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Flinten: Jagdflinten, Schrot,
Flintenlaufgeschosse, Choke und Kaliberdefinition
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Kurzwaffen: Revolver und Pistolen
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Munition: Jagdmunition, Gewehrmunition,
Revolvermunition, Pistolenmunition, Kaliber, Hülse und Geschosse
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Ballistik:
Wundballistik mit
Zielwirkung / Zielballistik, Außenballistik /
Flugballistik und
Innenballistik
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Optik: Ferngläser, Zielfernrohre, Absehen, offene Visierung /
Leuchtpunkt (Aimpoint), Laser Entfernungsmesser
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Jagdwaffen
Ein Kriterium für die waidgerechte und erfolgreiche Jagd ist Jagdausrüstung. Dazu
zählen in erster Linie die Waffen Langwaffen (Büchsen
und Flinten) und
Kurzwaffen (Pistolen / Revolver) und die
Munition. Zu den traditionellen Jagdgewehren
gehören
Repetierer (Repetierbüchsen), Blockbüchsen und Drillinge. Alle sind für die Jagd auf weitere Entfernungen geeignet. Auf die
hauptsächlich für Treibjagd
und auf Flugwild eingesetzten Flinten (siehe oben Browning B525) möchte hier zunächst nicht eingehen.
Die "übliche" Jagdentfernung, auf die Ansitzjagd bezogen, liegt zwischen 20m und 150m. Mit der
nötigen Erfahrung und Routine, einer sicheren Auflage, der geeigneten Waffe und der geeigneten Munition sind jedoch auch auf weit
größere Entfernungen Stücke waidgerecht zur Strecke zu bringen, - wenn ein sauberes Ansprechen
des Wildes gewährleistet ist. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, ist die Jagd bis ca. 300m möglich, unter günstigsten Voraussetzungen auch darüber hinaus.
Ich selbst, verstehe mich als ein moderner Jäger, der fortschrittliche Technologien nutzt, aber Traditionen und
jagdliches Brauchtum bewahrt. Ich denke, beides ist
möglich und im Sinne des deutschen Waidwerks nötig.
Verbindet man beides, so eröffnen sich neue Möglichkeiten. Neben ganz traditionellen Waffen führe ich auch eine
SAKO TRG-22 Stealth in .308 mit einem
Nightforce NXS 5,5-22 x 56 und beleuchtetem Mildot Absehen
- jagdlich. Warum nicht ein
militärisches Scharfschützensystem als Jagdwaffe verwenden,
denn Präzision, die gerade bei Scharfschützen ein "muss" ist, kann bei der waidgerechten Jagd nur von großem Vorteil sein!
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SAKO TRG-22 mit Nightforce NXS
5,5-22x56 im Jagdeinsatz
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Paart man diese Kombination noch mit einem exzellenten
Jagd-Geschoss
und der abgestimmten Ladung (KJG [Kupferjagdgeschoss] oder Jaguar-Geschoss
extrem hochgeladenen und auf die Waffe / den Lauf abgestimmt), dann können
bisherige Grenzen überschritten werden.
Hinsichtlich der
Kaliberwahl für das geeignete Jagdkaliber gibt es viele
Diskussionen. Festzuhalten ist: ein in jeglicher Richtung optimales
Kaliber - oder Geschoss - für Alles gibt es nicht! Es gibt jedoch
Kompromiss-Lösungen, gerade, wenn man nicht nur das Kaliber alleine sieht,
sondern die Kombination aus Kaliber, Hülse / Pulverraum und Geschoss. Dann gilt,
dass sowohl die WIN.308 (militärisch als 7,62x51 NATO bezeichnet), als auch
30-06, 7x64, 9,3x62, 9,3x64 usw. bis hin zur deutschen 8x68S Magnumpatrone und
zahlreiche Kaliber mehr für das heimische, europäische und skandinavische Wild
geeignet sind (weiter unter
Munition).
Eines sollte man aber bei der ganzen Kaliber-, Geschoss- und Munitionsdiskussion
nie vergessen: Das Wichtigste ist und bleibt der Treffersitz und die damit
verbundene
Terminalballistik. Alles weitere hilft, unterstützt, begünstigt und
erleichtert lediglich die waidgerechte Jagd.
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Waffen für Jagdschutz und Nachsuche
Zum (Eigen-) Jagdschutz
habe ich auf allen Reviergängen entweder meinen Smith & Wesson
Revolver (S&W Security Spezial) in .357 Magnum oder meine
Heckler & Koch USP (Universal Selbstlader Pistole) in .45 Auto dabei.
Beide oben beschriebenen Kurzwaffen verfügen über eine ausreichende Feuerkraft
und sind auch eingeschränkt zur Nachsuche einsetzbar.
Wie schnell man plötzlich auf eine Kurzwaffe angewiesen sein kann zeigt die
Praxis: Bei einem geplanten Morgenansitz auf Niederwild parkte ich mein Auto in
der Nacht / frühen Morgenstunden (am Horizont dämmerte es leicht) auf dem Feld-
und Wiesenweg. Rechts neben dem PKW lag ein noch nicht abgeerntetes Kornfeld,
bis zum Hochsitz waren es noch ca. 250m. Als ich gerade mein Auto verlassen
hatte und hinten an den Kofferraum ging um meine Büchse zu holen, hörte ich ein
schnelles Rauschen und Trampeln auf mich zukommen. Geistesgegenwärtig zog ich
meine USP aus dem Schulterholster, als ca. 3m vor mir ein dunkler Schatten aus
dem Feld über den Weg vordonnerte. Das einzelne Stück Schwarzwild, ca. 70-80
kg, rauschte fast unmittelbar vor meinen Füßen über den 2 Meter breiten Weg und
krachte auf der anderen Seite mit voller Wucht gegen eine Maschendrahtzaun. In
Gedanken habe ich mich schon gesehen, wie die in die Ecke getriebene Wutz einen
Fluchtweg suchen würde und mir frontal in die Beine laufen würde, mit allen
Konsequenzen. Aber dank der unverstellbaren Energie dieses Muskelpaktes, zerriss
die Sau das Metallgitter wie ein überdimensionales Geschoss, flüchtete weiter
und durchschlug auf der anderen Seite des Gatters den Zaun ein zweites mal,
bevor es schnaufend in den Brombeeren verschwand. Mit einer leichten Gänsehaut
verweilte ich noch kurz in Anschlagsstellung und war letztendlich doch froh,
nicht auf eine annehmende Sau schießen zu müssen, denn hier war die
Kampfentfernung schon sehr kurz. Aber, - mit einer Waffe in der Hand oder am
Körper fühlt man sich einfach sicherer und ist es auch, - wenn man regelmäßig
den Umgang auf Schießständen oder in Schießkinos übt. Diese Routine gibt einem
auch die nötige Sicherheit und Gewissheit, wenn es im absoluten Ernstfall in
Notwehr gilt, sich selbst gegenüber "dunklen Gestalten" und Gesindel
kompromisslos verteidigen zu müssen.
Bei Nachsuchen
sollte generell, -zumindest bei stärkerem und schusshartem Wild - auf eine
Langwaffe (kann notfalls auch als "Stock" eingesetzt werden und schafft Abstand
zum Wild) zurückgegriffen werden, da die Schussenergie und Zielwirkung ungleich
größer sind. Ich verwende dazu die
HK SLB 2000 light
in 9,3x62 mit Verbundkerngeschossen und Aimpoint Leuchtpunktabsehen.
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