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SCHLAFKANZEL BAUANLEITUNG
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Schlafkanzel auf Standard-Unterbau
Im Folgenden stelle ich den Bau einer isolierten
Schlafkanzel vor.
Im Folgenden findet man Bauanleitung für
unterschiedliche Ansitzeinrichtungen. Alle Inhalte sind als
Denkanstöße zu verstehen.
Für die richtige Bemaßung und die
Sicherheit (speziell Statik) übernehme ich keine Gewähr &
Verantwortung - HAFTUNG AUSGESCHLOSSEN ! Man beachte die
Unfallverhütungsvorschrift (UVV) und
die Vorgaben der Berufsgenossenschaft!
Abänderungen sind jederzeit möglich, speziell was die Abmaße betrifft.
Man beachte, dass dann die Stärken des Stangenholzes sowie der Bretter
und Balken angepasst werden müssen, um für ausreichende Sicherheit zu
sorgen. Ggf. sind zusätzliche statische Versteifungen notwendig.
(zur optimalen Bildqualität bitte Dateien
herunterladen [Rechtsklick / Datei speichern unter] und in Originalgröße
öffnen)
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Bauplan
Zunächst finden sich auf der linken Seite die Außenansichten der
Schlafkanzel mit den Bemaßungen für
die Verblendungen und
den Unterbau (ohne seitliche Abstützungen, - mehr dazu
unter Jagdkanzelunterbau).
Jeweils rechts neben der Außenansicht ist das dazugehörige Rahmenteil
abgebildet, welches zuerst auf dem Unterbau zu errichten ist.
Es folgen demnächst Bilder zur Schlafkanzelkonstruktion und zum Innenausbau.
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Wer gerne eine komplette "Eckbank" haben möchte, kann sich die Rückenlehne
verbreitern (auf ca. 188cm), bis sie in beide Ecken hineinlangt.
Zwischen der Rückenlehne und den Seitenwänden sollte man beidseitig
immer einen Spalt lassen (der auch noch nach der kompletten Verkleiden
der Wand und Rückenlehne besteht), um ein reibungsfreies Schwenken zu
ermöglichen.
Ggf. ist auch eine
Verschiebung der Fensterausschnitte möglich, falls man aus der
Eckposition vollen Blick haben möchte (die Bemaßungen wäre dann
dementsprechend anzupassen). Empfehlenswert wäre in diesem Fall dann
für Rechtsschützen, die Tür linksseitig zu verbauen, damit man noch
eine rechte Armauflage optimal anbringen könnte. Allerdings ist diese bei überschaubaren
Entfernungen nicht unbedingt nötig.
Bei
der bestehenden Konstruktion hat man jedoch die Möglichkeit, die
linksseitige Verblendung der Fensterebene als Deckung zu nutzen -
gerade auf kurze Entfernungen und guten Lichtverhältnissen ist dies
sinnvoll.
Materialliste
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Aufbauanleitung
Der Unterbau
Ist ein passender Standort für die Schlafkanzel gefunden, so beginnt man
zunächst mit den Vorarbeiten für den Unterbau: das Fundament herrichten.
Danach schlägt man sich (nach Absprache mit dem Revierförster) passendes
Stangenholz und errichtet zunächst die Seiten des Unterbaus. Anschließend
werden diese über die Vorder- und Rückseite des Unterbaus verbunden und
man erhält so auch den Rahmen für die Bodenbretter. Da es sich um einen
"Standard-Unterbau" handelt, den ich prinzipiell bei allen Kanzeln
verwende, ist eine ausführliche Aufbauanleitung bitte dort nachzulesen:
der Kanzelunterbau
Da Schlafkanzeln meist an Kirrungen stehen und die Schussentfernung selten
weit über 50 - 70 Meter hinaus geht (sondern oft noch darunter liegt), ist
es im allgemein en nicht
nötig, die Schlafkanzel extrem hoch zu bauen. Oft reicht schon eine
Bodenhöhe von 2 Metern aus, was auch die Montage erheblich erleichtert
(sie ist dann mit nur zwei Mann durchführbar). Für den Unterbau
benötigen wir in diesem Fall folgendes Stangenholz:
-
4 Hauptstangen (Durchmesser ca. 10 bis 12 cm)
Länge ca. 2m (Haupt-Stützen)
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2 Stangen (Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 2,5m (untere Querstrebe Vorder- und Rückseite)
-
2 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 1,75m (untere Querstrebe der Seiten)
2 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 2,75m (mittlere Querstrebe vorne und hinten; ggf. 4 für
Kreuze)
2 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 2m (mittlere Querstrebe Seiten; ggf. 4 für Kreuze)
Die oberen Hölzer sind jeweils die Balken aus dem Unterbaurahmen (siehe
Materialliste). Bei den Seiten werden sie oben bündig quer an die
Pfosten genagelt (ACHTUNG: starke und lange Nägel schräg nach unten
ansetzten und ggf. Sicherheitsblock unter die Querbalken nageln). Die
Längsbalken der Vorder- und Rückseite werden später oben auf die Pfosten
genagelt.
-
4 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 2,25m (Abspannungen schräg von allen Ecken)
Für die Leiter, die hier auf die ca. 2 Meter hohe Bodenfläche führen soll,
verwende ich:
-
2 Stangen (Durchmesser ca. 8 bis 10 cm)
Länge ca. 2,50m (Leiterholme, - können später gekürzt werden)
-
ca. 8-10 Stangen (Durchmesser ca. 6 cm)
Länge 0,70m (Leitersprossen)
oder einfach 6x6 Dachlattenstücke
Der Sprossenabstand kann durch ein Sprossenmodell schnell und
wiederkehrgenau auf den Leiterholmen angezeichnet werden.
ACHTUNG: SICHERUNG DER SPROSSEN (z.B. durch einkerben mit der Kettensäge
und Kreuzvernagelung) erforderlich!
Anschließend, sobald alle Abspannungen und die Leiter fest angeschlagen
sind, kann man mit dem Verlegen der Bodenbretter (siehe Materialliste)
beginnen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Unterbaurahmen möglichst
von den Bodenbrettern komplett abgedeckt wird, um Feuchtigkeit von ihm
abzuhalten. Zwischen den Bodenbrettern ist je ein minimaler Abstand zu
lassen, um ein späteres Knarren beim Betreten zu vermeiden.
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(Unterbau noch ohne
Kreuzverstrebung)
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Der Schlafkanzelrahmen & Korpus
Abweichend von der Montageanleitung für die Jagdkanzel, können aufgrund
der Größe der Schlafkanzel nicht alle Seitenteile separat vormontiert
werden.
Möglich ist jedoch die Vormontage der Seitenrahmen inkl. Verblendung.
Ansonsten ist der Rahmen zunächst komplett auf der Kanzelbodenfläche
festzumontieren, bevor die Verblendungen angeschraubt / -genagelt werden.
Die Hauptrahmenteile sind zusätzlich zu den Winkeln mit langen Nägeln zu
versteifen (siehe Skizzen).
Bei der Montage des oberen Rahmenwerkes ist eine Höhendifferenz
(Dachgefälle) von 16 cm auszugleichen, d.h. die Pfosten sind anzuschrägen
(siehe Materialliste) und die oberen Winkel müssen etwas gerichtet werden
(am besten grob am Schraubstock). Um später eine plane Auflagefläche zu
erhalten, empfiehlt es sich, die jeweiligen Bauteile anzuhalten und die
Schrägen anzuzeichnen. (ACHTUNG: Zugabe bei den Längenmaßen beachten!).
Die zwei 6x6 Querträger oben sind zweifach winklig zu sägen, damit die
nach "hinten gedrehten" Balken das Gefälle vorgeben, zudem jedoch plane
Anlageflächen für die Winkel und Verblendungen bieten. Auch hier empfiehlt
sich ein Anhalten und Anzeichnen.
Der fertige Rahmen wird anschließend mit den Grobspanplatten (welche mit
einem Holzschutzmittel zu streichen sind) verblendet. Tendenziell ist bei
den Verblendungsplatten darauf zu achten, dass kein Übermaß vorliegt.
Ansonsten stehen die Platten ggf. unten auf dem Kanzelboden auf und ziehen
Feuchtigkeit. In Summe je Seitenwand lieber 1 bis 2 cm abziehen. Die
Hauptanschlagsbalken oben und unten sind mit 6cm ausreichend bemessen, um
hier noch ausgleichen zu können.
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(Rohbau von innen) |
(Innenausbau mit Rückenlehnenaufnahme) |
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Die Tür
Die Tür wird an zwei Scharnieren am rechten Hauptbalken der rechten
Seitenwand angeschlagen. Zunächst kommt die Grobspanplatte; auf sie werden
bündig die Türrahmenbretter geschraubt. Auf Höhe der Scharniere werden
noch zwei Verstärkungsbretter eingelassen; in die Zwischenräume kommt
Styrodur. Die Innenseite der Tür wird mit einer Rohfaserplatte abgedeckt
(benagelt). Außen an die Tür kommen links, oben und unten jeweils die
Tür-Anschlagsbretter (ggf. sind diese im Revier noch leicht zu justieren,
um einen optimalen Anschlag sicherzustellen).
Das Dach
Um nicht in 4 Metern Höhe akrobatisch alle Ondulineplatten zu befestigen,
erfolgt die Montage überwiegend von innen. Dazu wird das erste der drei
Dachbretter oben fest auf dem Rahmen verschraubt. Dann wird die erste
Onduline Platte von innen aus der Kanzel auf das Brett gelegt und mit
Ondulinestiften vernagelt: mit einem großen Überstand vorne / hinten /
links und einem Kleinen nach rechts (Überlappung zur zweiten
Ondulineplatte). Die Montage des zweiten Dachteils erfolgt analog, - die
Letzte dann von Außen.
Der
Innenausbau
Innen wird die Schlafkanzel mit Styrodur- oder Styroporplatten isoliert.
Die Dicke sollte nicht die Rahmenstärke überschreiten. Die Bemaßung in der
Materialliste ist großzügig; ggf. muss vor Ort noch mit dem Cuttermesser
feingeschnitten werden. Verwendet man eine
dünnere Isolierung als die Rahmenstärke, so ist diese mit Nägeln (in die
seitlichen Rahmenteile) nach vorne zur Außenverblendung zu fixieren. Um
das Anfressen der Isolierung durch Nager zu verhindern, ist alles
anschließend nochmals (mit Grobspanplatten oder ggf. Rohfaserplatten, -
die zumindest bei der Dachverblendung ausreichend ist) zu verblenden. Die
Hilfslatten für die innere Dachverblendung sollten links und rechts ca. 2
cm Abstand vom Rahmen der Vorder- und Rückseite haben, damit dort noch die
Innenverblendung angebracht werden kann.
Die Plexiglasfenster werden lediglich mit jeweils zwei Scharnieren oben am
Rahmen festgeschraubt. Die Befestigung Scheibe/Scharnier erfolgt mittels
kleiner Schrauben (vorbohren!) und Unterlegscheiben über reine
Klemmwirkung. Ein Rahmen ist nicht erforderlich; die Scheiben sind so zu
montieren, das sie rundherum Anschlagsflächen haben. Die Anschlagsflächen
sind zu allen Seiten mit Dichtungsband zu bekleben, damit ein spaltfreier
und damit feuchtigkeitsdichter Anpressdruck vorliegt. Die Öffnung erfolgt
nach innen, Befestigung über kleine Holzriegel.
Die Auflagefläche (160cm) ist linksbündig zu montieren, damit man bei
Eintreten in die Kanzel etwas mehr Platz im vorderen Bereich hat. Als
Unterbau dienen 6 Pfosten. Links gibt es keine Auflage.
Die Sitzbank ist mit 65 cm recht tief, allerdings für die Schlafposition
mit 65x190 cm recht komfortabel. Um aufgrund der recht großen Tiefe noch
vernünftig sitzen zu können, greift man zu einem Trick: die Rückenlehne
wird mit zwei schweren Scharnieren, die hinten an den zwei Mittelträgern
der Rückwand in ca. 63 cm Höhe (Drehachse des Scharniers) über der
Sitzebene befestigt werden, schwenkbar gebaut. Im heruntergelassenen
Zustand liegt die Rückenlehne schräg (ca. 15 Grad => bequeme Sitzposition)
auf der Bank auf und verkürzt somit die Sitztiefe für optimalen
Beinkomfort. Für die Schlafposition klappt man die Rückenlehne nach oben
(hinten an die Rückwand), wo sie mit zwei Holzriegeln gegen ein
herunterstürzen gesichert wird. Wechselt Wild an, richtet man sich auf und
rutsch einfach lautlos auf der Bank nach vorne und kann dort unabhängig
von der Rückenlehne eine optimale Schießposition einnehmen. Zwei Tipps zur
Montage:
a) Die Sitzbank sollte recht massiv gebaut und gut unterstützt sein, damit
sie nicht durchbiegt. Hat man keine 65er Tiefe zur Verfügung, kann man
auch zwei Einzelbretter (z.B. aus 4cm Blockware zugeschnitten) mit 4
Dachlatten auf der Unterseite verbinden. Gleiches gilt für die Rückenlehne
- hier reichen zwei zugesägte Dachlatten als Verstrebung. Darüber hinaus
ist die Sitzbank auf der rechten Seite so anzuschrägen (abschneiden der
Ecke), dass sie zwischen die Hauptpfosten "hinten rechts" und
"Türanschlag" passt (56 cm Maß - ca. 1,5 cm als "Montagezugabe").
Dies bringt zudem den Vorteil mit sich, dass man beim Betreten der
Schlafkanzel nicht Gefahr läuft, im Eingangsbereich gegen eine scharfe
Kante zu stoßen. Aufgrund der Abmaße sollte die Bank vor der
Kanzelverblendung eingebaut werden, um besser rangieren zu können. Die
zwei hinteren Stützpfosten werden über Winkel mit den hinteren
Hauptpfosten der Rückwand verbunden.
b) Bei der Scharniermontage ist unbedingt darauf zu achten, dass die
Winkel richtig herum angebracht werden und so eine Schwenk von ca. 80 Grad
erlauben. Damit sich dabei die Rückenlehne selber nicht im Wege steht,
sind die Beschläge auf der Rückenlehnenrückseite und an den
Anschlagspfosten unterhalb der Drehachse zu befestigen. Zwingend ist
erforderlich, bei einfachen Scharnieren eine Unterfütterung am
Anschlagsbalken vorzunehmen, die mindestens die Dicke der Rückenlehne hat
(siehe Grafik). Nur so ist ein Hochklappen in die senkrechte Position
möglich. (Wird die Rückenlehne zweigeteilt und verstrebt, sind die
Verstrebungen so anzubringen, dass sie den Scharnieren nicht im Weg
stehen.) Bitte alles großzügig mit starken Schrauben verschrauben, damit
man nicht von der eigenen Konstruktion "erschlagen" wird.
Um das Wohlgefühl zu steigern und die Geräusche innerhalb der Schlafkanzel
zu minimieren, wird der gesamte Innenraum final mit Teppich (oder
Kunstrasen) ausgekleidet. (auch die Rückenlehne, Bank und die Auflage).
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(Innensicht mit Rückenlehne) |

(hochgeklappte Rückenlehne mit kompletter Liegefläche) |
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Außensicht mit Einstieg & Leiter |
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Weitere Bauanleitungen unter:
Standard-Kanzel
Ansitzleiter
Drückjagdstand
Drückjagd-Erdsitz
Gute / alternative Bauanleitungen und Tipps zu Kanzeln und
Hochsitzen findet man auch mit etwas Suche im WWW, z.B.:
http://www.jagdmagazin.de/kanzeln.htm |
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