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DER JAGDHUND 

 


Die Jagd mit dem Jagdgebrauchshund

"Jagd ohne Hund ist Schund...", so lautet ein Sprichwort, das man immer wieder im Zusammenhang mit der Jagdausübung zu Gehöhr bekommt. Was ist nun dran an diesem plakativen Ausspruch? Nun, - auch ich habe einige Zeit ohne die Hilfe eine Jagdhundes gejagt, genauso, wie es viele Hunderte an Waidgenossen machen. Ich selbst bin und war immer ein Verfechter des sicheren und schnellst möglich tötenden, Präzisionsschusses. Dabei habe ich in Kauf genommen, dass zum Beispiel ein Schuss auf das Blatt - mit Augenblickswirkung - Wildpret (den Vorderlauf) entwertet hat. Wenn alle Rahmenbedingungen stimmen, ziehe ich auch den für das Wild schmerzfreien Kopf- oder Trägerschuss in Betracht. Dennoch - ich möchte den oben aufgeführten Ausspruch ergänzen und sage: "auch der präziseste Schuss ersetzt keinen Hund!"

Im Laufe des Jägerlebens wir jeder in die Situation kommen, auf die hervorragenden Fähigkeiten eines ausgebildeten Jagdhundes zurückgreifen zu müssen. Denn, - das Wild ist keine Schießscheibe die man sich einrichten kann und die sich nicht bewegt; Wald, Feld und Wasser sind keine Schießhalle, wo die Beleuchtung optimal ist und kein Lüftchen weht; der Jäger ist kein unfehlbarer, emotionsloser Kampf-Roboter, der nicht wackelt, keinen Puls hat und alle Parameter in jeder Situation mit absoluter Wiederholgenauigkeit berücksichtigen kann.

Der Moment wird kommen, an dem ein Schuss nicht dort sein Ziel findet wo er soll, - es ist nur die Frage wann ... es ist nur eine Frage der Zeit! - Und dann schlägt die Stunde des Jagdgebrauchshundes...

Der brauchbare Jagdhund ist ein Spezialist, - ein durchtrainierter Experte mit Fähigkeiten, auf die kein waidgerechter Jäger verzichten kann.

 

Der Jagdhund ist in der Lage, - richtig geführt, ausgebildet und trainiert -,

  • Wildfährten zu folgen und Wild zu wittern, - ob im Wald, Feld oder auf dem Wasser.

  • Wild aufzuspüren und hochzumachen.

  • selbst schwachen Schweißfährten über hunderte von Metern zu folgen.

  • Wild zu stellen und niederzuziehen.

  • erlegtes Wild zu finden, zu verweisen und ggf. zu apportieren.

Doch der Jagdhund kann und ist mehr...

  • er ist auch ein Schutzhund des Jägers im Jagdeinsatz

  • er ist auch ein treuer Begleiter des Jägers auf der Jagd

  • er ist auch ein Freund des Jägers und ein Mitglied der Familie

Die Ernährung des Jagdhundes

Bevor hier zukünftig weitere Ernährungstipps aufgeführt werden, möchte ich mich zunächst der Futterproblematik zuwenden: Welches Trockenfutter für den Hund / Jagdhund ?

Nach meinen eigenen ausführlichen Recherchen gebe ich hier meine persönliche Meinung wieder .... denn, - wie man gesehen hat, lieferten Stiftung-Warentest & Ökotest etc. nicht die Ergebnisse die man sich erhoffte, da wohl die Kriterien "nicht optimal" gewählt wurden.

Auf der Suche nach einem "optimalen" Trockenfutter musste ich feststellen, dass es dieses so 100% wohl nicht gibt, - daher auch die Entscheidung von einigen Hundeführern zu BARF (aus www.drei-hunde-nacht.eu / S. Simon).  Aber wer das nicht möchte / kann etc., der ist natürlich auf der Suche nach einem sehr guten Alternativfutter:
Zunächst sollte man sagen, dass es einem Hund auch mit nicht Premium-Produkten, oder mit Produkten die sich Premium nennen (aber ggf. dann doch nicht so sind, wenn man in die Details schaut) gut gehen kann. So füttere ich für Xaro fast 1 1/2 Jahren Royal Canin. Es ging und geht ihm prächtig damit, allerdings ist es von den Inhaltsstoffen bzw. der Zusammensetzung sicher nicht das, wie sich der Hund / Wolf in freier Natur ernähren würde - und dies, obwohl es zu den Premium-Futtern gezählt wird und auch preislich in dieser Region angesiedelt ist (ca. 50 € + pro 15 kg).
Die Notwendigkeit, ein WIRKLICHES SPITZENFUTTER zu bekommen nimmt zu, wenn der Hund auf irgendetwas allergisch reagiert, er wählerisch ist, zu dick oder zu dünn ist, im Hochleistungsbereich eingesetzt wird usw. - er also von der Norm abweicht.

  • Das wichtigste ist der Fleischanteil. Daher schaue man bei der Zusammensetzung auf die ersten zwei drei Inhaltsstoffe in der Auflistung (die anteilsmäßig geordnet sind). Dann: handelt es sich z.B. um Geflügelmehl oder Geflügelfleischmehl? Bei dem Ersten wird das Geflügel komplett zu Mehl verarbeitet und dann weiterverarbeitet; bei dem Zweiten wird nur das Fleisch vom Geflügel zu Fleischmehl verarbeitet und fließt dann in die nächsten Produktionsschritte. Nicht immer korreliert ein hoher Fleischanteil auch mit einem hohen Proteinanteil, denn unterschiedliches Fleisch liefert unterschiedliche Protein-Gehalte und zudem kann Protein auch noch aus nicht Fleisch-Bestandteilen kommen. Ausgewogenes Futter hat oft einen Protein-Gehalt von ca. 23-30 % und einen Fleischgehalt (in der Trockenmasse) von über 30%, 40%, 50% oder mehr, - der Hund ist ein Fleischfresser!

  • Wo kommt das Fleisch her? Entspricht es den Vorschriften für den menschlichen Verzehr? (Nicht dem, was im deutschen Tierfuttermittelgesetzt festgehalten ist)

  • Möchte man einen hohen Fleischanteil, müssen andere Anteile dementsprechend zurückgehen: Getreide, dass teilweise bei einigen Hunden auch für eine suboptimale Verdauung verantwortlich ist, oder Allergien verursacht. ABER: ein Futter mit Getreide (in Maßen) ist nicht unbedingt abzuwerten, - wenn es der Hund verträgt.

  • Zusatzstoffe: recht simpel - künstliche Konservierungsstoffe werden heute nicht mehr benötigt, denn auch ohne diese  ist das Hundefutter lange genug haltbar (ca. 6 bis 12 Monate). Ausnahme: WIRKLICH natürliche Konservierungsstoffe)

  • Tierische Nebenprodukte (raus damit, dies ist eher Abfall)

  • Zucker - braucht man nicht, - auch nicht versteckt!

  • Fette: am besten durch hochwertige Öle ergänzt....
    wertfrei: höhere Fettanteile sind a) Geschmacksträger und b) sorgen für einen höheren kCal Wert, wenn man den für Leistungshunde oder zur Zucht benötigt (oder man reduziert ihn, wenn man "light" Produkte möchte)

  • Kräuterzusätze können positiv sein, - dann aber bitte aufgeschlüsselt was genau enthalten ist.

Dies ist nur ein kurzer erster Abriss von dem, was ich für am wichtigsten erachte. - Nun zu den Produkten; die diesen von mir aufgeführten Anforderungen gerecht werden (in der Produktgruppe gibt es teilweise noch Unterschiede wie Light, Energy, Geschmacksrichtung etc, für die, die Abwechslung möchten bzw. spezielle Futter benötigen): was jeder für sich entscheiden muss ist, ob Produkte - im Sinne einer Ökobilanz - aus Übersee nach Europa bzw. Deutschland hin geschafft werden müssen oder nicht. Aber leider sind die USA nun mal (marketingtechnisch) Vorreiter was solche Futter angeht....
Man sollte zudem bedenken, das es zu Lieferproblemen kommen, - dennoch habe ich sie hier aufgeführt:

Timberwolf (USA) http://www.bigdog24.de
Solid Gold (USA) http://www.healthfood24.com/solid-gold/sg_hund_wolfking.php
Pronovita (Deutschland / Europa) http://www.bestfordogs.de/Emma/template/ (beraten gut!)
Bestes-Futter / Fenrier (Deutschland) http://www.bestesfutter.de/html/erwachsene/00Fenrier.html
Belcando (Deutschland) http://www.belcando.de/
Wolfsblut (USA / neu - erstmal was "versprochen" wird) http://www.healthfood24.com/wolfsblut/index.php

Meine Entscheidung ist auf Fenrier von Bestes-Futter.de und Belcando gefallen. Im Raum Frankfurt beziehe ich die fleischreichen Trockenfuttersorten über den lokalen Händler, - Tiernahrung Reder -, der darüber hinaus auch noch Frischfleisch und sonstige Leckereinen für den Hund anbietet. 
Beide Futter sind sehr verträglich, wobei Fenrier absolut Getreidefrei ist. Hat ein Hund jedoch keine Probleme mit getreidehaltigem Futter, so ist gewisser Anteil davon nicht negativ zu bewerten. Der Vorteil von Belcando (ich nehme das für aktive Hunde) liegt aus meiner Sicht darin, dass die Futterbrocken deutlich größer sind und somit der Hund zum Kauen (=> Zahnpflege) angehalten wird.
Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen beiden Futtersorten ist auch das Interesse / der Appetit vom Hund immer recht groß, da keine Monotonie und Langeweile aufkommt. Verträgt ein Hund den Wechsel und die Losung ist dauerhaft fest, spricht nichts dagegen. 


Weitere Nahrungs-Ergänzungen:

  • Quark, Eigelb, Obst,

  • Diestelöl zum Trockenfutter hinzugeben

  • Knochen (unbedingt ungekocht, sonst neigen sie zum Splittern; gefrohrene sind in OK)

  • Frischfleisch / Abschnitt ggf. vom Wild (Schweinefleisch wegen Aujeszkyscher-Krankheit immer abkochen)

ACHTUNG:

  • KEINE Weintrauben, diese sind für Hunde giftig

  • KEINE Schokolade, diese enthält Koffein und einen ähnlichen Stoff, das Theobromin. Beide Stoffe können zu schweren Herzproblemen führen. Die Symptome der Vergiftung hängen von der Menge und der Art der aufgenommenen Schokolade ab. Zartbitter- bzw. Blockschokolade ist besonders gefährlich. Kleine Hunde von wenigen Kilogramm Körpergewicht können schon nach der Aufnahme von 20 - 30 Gramm sterben. Bei großen Hunden wie z.B. Schäferhunden sind 120 bis 250 Gramm gefährlich. Milchschokolade führt in etwa zehnfacher Menge zum Tode. Bei Aufnahme einer geringeren Menge kommt es meist lediglich zu Magen-Darm-Problemen wie Durchfall und Erbrechen.

  • KEIN rohes Eiweiß, dieses enthält einen Stoff( Avidin), welcher das Vitamin B im Hundekörper zerstört, da er Biotin bindet; dies allerdings nur, wenn das Eiweiß roh gegeben wird.

ANMERKUNG: für Welpen bitte spezielle - den Anforderungen entsprechendes - Futter verwenden. Keine übermäßige (abnorme) Kalkzufuhr (z.B. Futterkalk), da sonst Knochenmißbildungen entstehen können; d.h.: auf eine passende Dosierung achten (die in speziellem Welpenfutter meist sichergestellt ist)