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JAGDAUSRÜSTUNG


Eine gute Jagdausrüstung ist eine große Hilfe zur waidgerechten, sicheren und entspannenden Jagd.

Die folgende Auflistung der wichtigsten Utensilien gibt einen groben Überblick zu einer jagdlichen Ausrüstung:

 

Jagdschein

Der (gültige) Jagdschein, welcher jährlich oder alle drei Jahre zu lösen ist und die Jagdberechtigung (z.B. Begehungsschein oder Tagesjagdschein) muss bei der Jagdausübung immer mit sich geführt werden. Beide Nachweise sind auf Verlangen berechtigten Personen (z.B. Polizei) vorzuzeigen. Ein gültiger Jagdschein ist immer mit einer Jagdversicherung gekoppelt. Hat ein Jäger / Jagdgast z.B. auf einer Drückjagd keinen Jagdschein dabei, so ist er - unabhängig von Freundschaft / Bekanntheitsgrad etc. - von der aktiven Jagd / dem Waffengebrauch aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen auszuschließen.

 

Jagdwaffe / Magazin / Verschluss / Jagdpatronen

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit diese Sachen am Mann zu haben, aber es passiert immer wieder, dass oben aufgeführte Dinge vergessen oder daheim vertauscht werden. Daher immer besser vor der Fahrt in das Revier  nochmals nachzuschauen: Habe ich den (richtigen) Verschluss, die zur Waffe und dem Jagdzweck passende Munition und ggf. das passende Magazin. Beim Transport und bei der Jagdvorbereitung / Jagdausübung / Jagdnachbereitung ist auf die gesetzlichen Vorschriften und die Sicherheit zu achten.

 

Optische Hilfsmittel / Jagdmesser

Ohne ein hochwertiges Fernglas ist eine Jagd kaum möglich, erst recht nicht in der Morgen- und Abenddämmerung. Laser-Entfernungsmesser und Nachtsichtgerät sind optionale Hilfsmittel. Hat man ein Stück Wild gestreckt, so gilt es, dieses zeitnah (in Abhängigkeit von der Witterung) zu versorgen. Zum Aufbrechen ist dazu ist ein Jagdmesser erforderlich, welches eine ausreichende Klingenlänge (ab ca. 9cm) aufweist. Klingenformen, Messertypen etc. sind im Prinzip egal und Ansichtssache, wichtig ist, dass das verwende Messer einen gute Schärfe aufweist. Ein Abfangmesser / Dolch / Nicker ist optional mitzuführen.

 

Jagdbekleidung

Ohne eine passende Jagdkleidung kann die Jagd recht schnell sehr ungemütlich werden. Kälte und Nässe sind Witterungen, die zur Jagd dazugehören, gegen die man sich aber heutzutage sehr gut schützen kann. Daher sind Textilien / Fasern zu empfehlen die wasserdicht / wasserabweisend aber dennoch atmungsaktiv sind.
Das richtige Schuhwerk (Material, Sohle, Schnürung) verhindert erstens ein Ausrutschen / Abrutschen und damit z.B. Knöchelverletzungen sowie zweitens Nässe und Kälte. Unterschiedliche Jagdstiefel bieten sich hier an, der Fachhandel hat eine umfangreiche Auswahl. Ich trage z.B. den Meindl Island: Kräftige Sohle, wasserdicht & atmungsaktiv, variable Schnürung, auch für lange Wanderungen (in unwegsamen Gelände) geeignet, ganzjahrestauglich.
Neben Kleidung, dem klassischen Jagdhut oder der Cap und Schuhwerk gilt es, besonders für kalte Ansitze im Winter gerüstet zu sein. Oft empfiehlt es sich, mehrere Lagen anzuziehen, ggf. einen Ansitzsack zu verwenden, flexible Handschuhe zu tragen und bei eisiger Kälte sogar eine Gesichtsmaske zu benutzen. Eine normale Decke oder ein Sitzkissen machen einen Ansitz zudem angenehmer. Übernachtet man im Revier, so empfiehlt es sich, Thermomatte und Schlafsack dabei zu haben.
Beheizbare Accessoires wie Taschenofen, Einlegesohlen etc. helfen zudem den Ansitz freundlich zu gestalten.

 

Essen & Getränke / Wasser / Tüten / Tücher

Auch für das leibliche Wohl soll gesorgt werden, den ein knurrender Magen trägt nicht zum Wohlbefinden bei. Bei der Verpackung (Folie etc.) sollte darauf geachtet werden, dass diese auch im kalten Zustand nicht (zu laut) knistert. Wasser eignet sich als Getränk sehr gut, da es zudem auch noch für das Säubern des aufgebrochenen Wildes verwendet werden kann. In kalten Jahreszeiten sind Thermoskannen mit heißem Tee / Kaffee oder heißer Brühe sinnvoll.
Für die Leber (und wer es mag Niere / oder das Herz für den Hund) eignet sich zum Transport Plastiktüten sehr gut, die man immer im Auto verstaut haben sollte. Ist kein Bach, frisches Gras oder Moos in der Nähe, kann man schweißrote Hände gut mit Frischetüchern säubern, bevor man wieder mit dem Auto losfährt.

 

Schaufel & Wildbergehaken

Für den geschossenen Fuchs ist es, wenn er nicht in den Luderschacht kommt oder präpariert werden soll, unabdingbar, diesen zu entsorgen bzw. im Revier zu vergraben. Dazu eignet sich besonders ein im Auto mitgeführter Klappspaten.
Schwere Wildkörper zu bergen kann - gerade wenn man alleine ist - sehr schweißtreibend sein. Abhilfe schaffen Wildbergehaken, die in den Unterkiefer des Stückes eingehakt werden. Mit einer (umgelegten) Schlinge aus breitem und reißfestem Kunstfaserseil / -band kann mit dem ganzen Körpergewicht gezogen / geschleppt werden.

 

Handy, Funkgerät & Kompass, Lichtquellen

Kommunikation ist wichtig, zu Arbeitserleichterung, Orientierung und zur Sicherheit. Handys (oder auch Funkgeräte) ermöglichen eine schnelle Kontaktaufnahme zum Jagdkameraden, Nachbarschützen oder Rettungseinrichtungen. Sind sie auf Vibrationsalarm eingestellt, so entfällt jede Störung. Nachts sollte wegen der Überblendung die Helligkeit des Displays reduziert werden. Ein mitgeführter Kompass erleichtert im Notfall die Orientierung und ermöglicht die exakte Bestimmung der Windrichtung.
Ist Wild in den Abendstunden nachzusuchen, sind lichtstarke Lampen eine große Hilfe. Halogen-Strahler haben ggf. nur eine Leuchtdauer von ca. 30 Minuten, bringen aber soviel Licht, dass weit und vor allem intensiv die Region abgeleuchtet werden kann um so auch kleinste Schweißtropfen oder sonstige Pirschzeichen in der Dunkelheit aufzuspüren. Für den Weg zum oder vom Hochsitz in stockdunkler Nacht (in ggf. unbekanntem Gelände) sind Stirnlampen hilfreich. Diese können auch sehr gut beim Aufbrechen des Wildes in der Dunkelheit verwendet werden, da man so beide Hände frei hat.

 

Jagdhorn

Dem Wild die letzte Ehre zu erweisen ist eine Tradition die zur Jagdkultur gehört, um die uns viele ausländische Jäger beneiden. Falls möglich sollte jedes Stück bzw. die Strecke mit dem Jagdhorn verblasen werden.

 

"Wetterfee"

Erfolgreich zu jagen bedeutet, vorab die Wetter- und Lichtverhältnisse zu kennen. Hier ist vor allem die Windrichtung für den Ansitz entscheidend. Glücklicherweise gibt es das Internet und unter Wetter.com findet man schnell und für fast alle Regionen / Orte detaillierte Wetterdaten für den Morgen, den Tag, den Abend und die Nacht. Weiter Details zur Witterung was das Büchsenlicht bzw. Mondlicht betrifft kann man in Mondkalendern erfahren, die beim Jagdbedarf angeboten werden. Sehr zufrieden bin ich mit dem Tischoffschen Mondhelligkeitskalender von Paul Parey, welcher genaue Angaben über das Büchsenlicht macht; A) durch die Sonne B) durch den Mond. Hier wird Stundenweise je Monat die Intensität der Mondhelligkeit dargestellt und mit einer Erläuterung bzw. Interpretation hinsichtlicht der Jagdmöglichkeiten hinterlegt. Wichtig ist dies deshalb, da Vollmond(licht) nicht gleich Vollmond(licht) ist. Erstens variieren die genauen Abend und Nachtzeiten, darüber hinaus ist das Licht durch den Vollmond in den Wintermonaten z.B. viel  stärker als in den Sommermonaten. Anbei ein Beispiel des Monats Dezember 2005:
 

Anwendung:
Sehr gut abzulesen sind die Uhrzeiten für das Schwinden des Büchsenlichts (durch Sonnenstrahlung / Abendhimmel) am Abend in der zweiten Spalte, bzw. für einsetzendes Büchsenlicht in der letzten Spalte. Dazwischen finden sich für jede Uhrzeit die Lichthelligkeitswerte durch den Mondschein. Hellgrüne Felder stehen für nur kaum nutzbares und sehr eingeschränktes Mondlicht. Dunkelgrüne Werte erlauben (in Abhängigkeit von der Witterung / der Wolkendecke / Nebel etc.) eine eingeschränke Nutzbarkeit. Hellgelbe Felder stehen für gute Lichthelligkeitswerte, bei denen ein sicheres und gezieltes Ansprechen des Wildes möglich ist. Orange Felder mit einem Maximum bis über 9,0 bedeuten hervorragende Lichtverhältnisse, bei denen sogar durch eine geschlossene Wolkendecke Wild anzusprechen und zu erlegen ist.
Eine detaillierte Erläuterung zu den Helligkeitswerten ist im Mondkalender auf einer der ersten Seiten enthalten.

Alternativ kann man im Internet auch unter http://lunalink.de/ die aktuellen Lichtverhältnisse nachschauen.