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HOCHSITZE, KANZELN & LEITERN
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KANZELBAU & HOCHSITZBAU
Zu den wichtigsten Reviereinrichtungen zählen die
Ansitzeinrichtungen: der geschlossene Hochsitz - die Kanzel -, der offene Hochsitz,
der Drückjagdsitz und die Ansitzleiter. Hier werde ich
nach und nach meine Erfahrungen und Tipps zum Kanzelbau und
Hochsitzbau aufschreiben. Neben der Standortwahl zählen dazu auch
Materiallisten und Bauanleitungen. Beides wird hier anhand einer
Musterkanzel und einem Musterhochsitz veröffentlicht.
Im Folgenden findet man Bauanleitung für
unterschiedliche Ansitzeinrichtungen. Alle Inhalte sind als
Denkanstöße zu verstehen. Für die richtige Bemaßung und die
Sicherheit (speziell Statik) übernehme ich keine Gewähr &
Verantwortung - HAFTUNG AUSGESCHLOSSEN ! Man beachte die
Unfallverhütungsvorschrift (UVV) und
die Vorgaben der Berufsgenossenschaft!
Abänderungen sind jederzeit möglich, speziell was die Abmaße betrifft.
Man beachte, dass dann die Stärken des Stangenholzes sowie der Bretter
und Balken angepasst werden müssen, um für ausreichende Sicherheit zu
sorgen. Ggf. sind zusätzliche statische Versteifungen notwendig.
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KANZELBAU
Basis war die Musterkanzel der
Jagdzeitschrift "Jäger". Die wichtigsten Bemaßungen (in cm) sind aufgeführt.
Aufgrund der Bilder ist ein Nachbau ohne größere Probleme möglich (zur optimalen Bildqualität bitte Dateien
herunterladen [Rechtsklick / Datei speichern unter] und in Originalgröße
öffnen)
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Schematische Darstellungen: |
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Fotos vom
Kanzelbau und Einzelbauteilen: |
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Bild 1:
Rückwand
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Bild 2: Tür
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Bild 3: linke Seitenwand |

Bild 4: rechte Seitenwand |
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Bild 5: Vorderseite |

Bild 6: Teil des Innenausbaus |
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fertige Kanzel aber noch ohne Fenster und seitlichen
Bretter |
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Material-Liste (als PDF-Datei) für die oben
abgebildete Kanzel (ohne Unterbau): |
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Die Bauanleitung:
Ich empfehle
den Kanzelbau in drei Arbeitsetappen aufzuteilen:
1) Die
Kanzelfertigung
Die
Kanzelfertigung erfolgt größten Teils außerhalb des Reviers und kann mit
gutem Werkzeug daheim durchgeführt werden. Zunächst werden alle Bretter
und Balken gemäß Materialliste (s.o.) zugeschnitten. Abweichend von dieser
ist es natürlich auch möglich, andere Werkstoffe als die vorgeschlagenen
Massivholzbretter zu verwenden. Sie sollten allerdings wasser- und
witterungsbeständig sein, sowie die nötige Tragkraft haben.
Die eigentliche Fertigung erfolgt in Modulbauweise; beide Seitenwände, die
Vorder- und Rückwand und das Dach werden komplett vorgefertigt und können
später im Revier recht einfach montiert werden. (eine "Testmontage" mit
Schraubzwingen vorher am Boden kann nicht schaden, um nicht erst in
luftiger Höhe Probleme festzustellen und dort beheben zu müssen)
Die meisten Teile werden genagelt, - dies geht schnell und ist
kostengünstig, aber dennoch fest genug. Die Arte und Weise des
Zusammenbaus entnimmt man den oben gezeigten Bildern 1 bis 5. Noch einige
zusätzliche Hinweise: Maßhaltigkeit ist sehr wichtig, damit es später beim
Zusammenbau keine Probleme gibt. Da alle Seitenteile später miteinander
verschraubt und vernagelt werden, ist unbedingt darauf zu achten, das die
Teile formschlüssig "ineinandergreifen". Man beachte
deshalb besonders die
Stärken der verwendeten Bretter und Schalter / Dachlatten etc., die
miteinander verrechnet werden müssen (teilweise abweichend von den
Bemaßungen in der Materialliste). Das generelle Prinzip ist
folgendermaßen: die Wände werden später an den Schaltern / Dachlatten /
Balken - die aneinanderstoßen - zusammengehalten, die Bretter geben nur
zusätzlichen Halt. Die Vorder- und Rückwand, sind innenliegend, - die
Seitenwände (linke und rechte Seite) stoßen mit Ihren Brettern von außen
davor, d.h. die Seitenwände (links und rechts) haben einen Brettüberstand
(der in Abhängigkeit von Brett- und Balkendicke berechnet werden muss),
die Vorder- und Rückwand schließen bündig ab, siehe auch Bilder 1, 3, 4,
5:

Alle
Fensterausschnitte können zu diesem Arbeitsschritt komplett feigelassen
werden, - dies spart Gewicht und ermöglich eine nachträgliche Justierung
der Fensterausschnittshöhe im Revier entsprechend des gewünschten
Schussfeldes; die Fenster können später, wenn die Kanzel steht, links und
rechts durch Abschnitt-Teile verblendet werden, indem an einer zusätzlich
von innen angebrachten Dachlatte vernagelt wird.
Die
Seitenwände werden schon bei der Vormontage schon mit einem Teil des
Innenaufbaus versehen, - der Auflage für das variable Sitzbrett. Zudem
müssen an der oberen Kante der Seitenwand jeweils zwei Anschläge
angebracht werden, an denen das - auch vorab zu fertigende - letzte
Keilbrett (wegen der Neigung des Daches), später festgenagelt werden kann;
siehe Bild 3 und 4.
Etwas mehr
Arbeit ist die Rückwand mit der Tür, welche aus der vollen montierten
Rückwand gesägt wird. Zuvor sind hier innen Bretter anzunageln, damit auch
nach dem Türschnitt die außenliegenden Bretter halt haben (siehe Bild 1).
Gleiches gilt für die Tür, welche zusätzlich zum Rahmen (Achtung Fuge zum
Sägen lassen) zwecks Versteifung noch eine Querlatte benötigt, siehe Bild
2. Dann kann man mit dem Aussägen beginnen. Dies erfolgt am besten mit
einer Handkreissäge, die mit einem vormontierten Dachlattenanschlag längs
der Tür geführt wird; danach wird dann die Tür komplett rausgelöst, indem
oben und untern gesägt wird. Damit später die Tür genug Spaltmaße aufweist
und nicht am Korpus hakt, sollte man zusätzlich oben und an einer Seite
noch ca. einen 1 cm langen Streifen absägen (je nachdem, wie genau man
gearbeitet hat und die Tür montieren kann etwas mehr oder ggf. weniger).
Zum Dach:
dieses wird in zwei Hälften gefertigt, um es später gefahrlos und einfach
auf der Kanzel montieren zu können, - selbst in luftiger Höhe. Als
eigentliches Dachmaterial bieten sich witterungsbeständige Ondulineplatten
an. Diese müssen jedoch unterfüttert werden, damit die nötige Festigkeit
(gegen Sturmböhen) gewährleistet ist, sowie die Montage an der Kanzel
erleichtert wird. Soll das Dach später für den Notfall (Reparaturarbeiten)
begehbar sein, ist unbedingt auf Querstreben oder stabile Bretter zu
achten. Ich habe in der Bauanleitung massive Holzbretter mit Nut und Feder
aus dem Baumarkt genommen, diese sind im Zehnerpack a 2m sehr günstig zu
bekommen. Man sollte darauf achten, dass die Bretter oder Holzplatten
deutlich von der Onduline-Platte überragt werden, damit das Regenwasser
später frei abtropfen kann und nicht unter das Dach auf das Holz läuft.
Noch wichtiger ist es, dass sich mindestens eine Welle der Platte später
beim Zusammenbau überlappt, damit auch hier kein Wasser eindringen kann.
Genagelt (auf die Unterfütterung) wird die Onduline "auf dem Berg" mit
speziellen Dachstiften, die das Nagel-Loch mittels Plastikhaube abdecken.
Um die spätere Montage zu erleichtern, kann man an den außenliegenden
Stoßkanten noch zwei Klötze anschrauben, an denen später Schraubzwingen
die Dachhälften bis zum fixieren zusammenhalten. Noch ein Tipp: beim
Probeaufbau / Testmontage sollte das Dach auf der Kanzel ausgerichtet
werden. Dann geht man von innen heran und nagelt sogenannte
Anschlagsbalken an Dach zu Seitenwand sowie Dach zu Vorder- und Rückwand.
Sie richten das Dach später automatisch aus und werden zugleich zur
Gesamtvernagelung mit dem Korpus verwendet.
Nachdem die
Vormontage abgeschlossen ist, sollte man die der Witterung ausgesetzten
Teile mit einem braun- oder grünfarbenen Holzschutzmittel streichen. Am
besten auf Wasserbasis da umweltfreundlich und dank "ohne Lösungsmittel"
schneller geruchsneutral.
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2) Der Unterbau
Zunächst
beginnt man damit, sich einen geeigneten Platz im Revier auszusuchen.
Hierzu berücksichtige man die Hauptwindrichtung, die Einstände &
Äsungsflächen, die Wechsel, die Lichtverhältnisse bei Dämmerung und Mond,
die Möglichkeit die Kanzel lautlos und unbemerkt anzugehen etc. um nur die
wichtigsten Punkte zu nennen. Hat man sich für einen Ort entschieden, so
ist dieser erst einmal (falls noch nicht geschehen) soweit
freizuschneiden, dass man einigermaßen dort arbeiten kann. Auf einen zu
radikalen Freischnitt sollte verzichtet werden, da die Vegetation
natürlich a) später Deckung verschafft und b) die Kanzel später nicht so
als Fremdkörper erscheinen lässt. Anschließend ist das "Fundament" zu
legen. Die Abmaße der Hauptträger im späteren Rechteck (hier ca. 130 cm x
212 cm Außenkante Stangen entsprechend Abbildung D) sind in Waage und
rechtwinklig auf dem Boden zu markieren, und mit Steinen (jeweils am
besten ein Großer pro tragende Stütze) zu "unterfüttern", damit das Holz
über die Jahre im Boden nicht faulen kann. Je genauer man hier arbeitet
und Unebenheiten ausgleicht, desto einfacher gelingt es nachher, die
Kanzel im Lot auszurichten.
Nun muss man
festlegen, welche Höhe die spätere Kanzel haben soll. Ich nehme meisten
für eine geschlossene Kanzel eine Bodenhöhe von 4 Metern; es können aber
auch 5 Meter sein, wenn man dies aufgrund des Reliefs benötigt, bzw. viel
auf wachsames Rotwild gejagt wird. Man sollte sich jedoch darüber im
Klaren sein, dass eine Kanzel mit 5 Meter Bodenhöhe bei der Montage des
Unterbaus schon ein recht hohes Gewicht mit sich bringt und mit der unten
beschriebenen Aufbauanleitung wohl an das Maximum kommt. Offene Hochsitze baue ich meist in
geringerer Höhe (2 - 3 Meter). Dementsprechend ergeben sich auch die
Stangenlängen für den Unterbau, die nach Absprache mit dem Waldbesitzer /
Forst ggf. im Wald geschlagen werden können. Die Hauptträger sollten eine
Dicke von ca. 12 cm haben, die Querverstrebungen können etwas dünner sein.
(Hier hilft der gesunde Menschenverstand und Augenmaß). Das man möglichst
gerade Stangen verwendet, versteht sich von selbst. Vorteilhaft ist, wenn
man alle Stangen am Stück im zeitigen Frühjahr noch vor Beginn des neuen
Jagdjahres schlägt, und die noch frischen Stangen zum Bau verwenden kann;
dies erleichtert das spätere Nageln, denn getrocknete Stangen können
brutal hart sein. Für die oben abgebildete Kanzel benötigt man (ACHTUNG:
lieber etwas länger und später nach Verbau
Überstände
mit der Kettensäge abschneiden!!!):
-
2 Hauptstangen (Durchmesser ca. 10 bis 12 cm)
Länge 5m (hintere Haupt-Stützen)
-
2 Hauptstangen (Durchmesser ca. 10 bis 12 cm)
Länge 4m (vordere Haupt-Stützen)
-
4 Stangen (Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 3,5m (Innenkreuze vorne und hinten)
-
4 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 5 bis 5,5m (Innenkreuze rechts und links)
-
2 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 1,6m (unterer Rahmen vorne und hinten)
-
2 Stangen
(Durchmesser ca. 7 cm)
Länge ca. 2,3m (unterer Rahmen rechts und links)
-
2 Stangen
(Durchmesser ca. 8 cm)
Länge ca. 5m (Abspannungen vorne rechts & links)
-
1 Stange (Durchmesser ca. 8 cm)
Länge ca. 4m (Abspannung hinten)
-
3
Stangen
(Durchmesser ca. 6 cm)
Länge ca. 1,5m (Verstrebungen der Abspannungen vorne & hinten)
-
4 Stangen
(Durchmesser ca. 5 cm)
Länge ca. 1m (Verstrebungen unterer Rahmen)
-
2
Stangen
(Durchmesser ca. 3-4 cm)
Länge ca. 1,5m (Handlauf Vorbau und Sicherung darunter)
-
2 Stangen (Durchmesser ca. 3-4 cm)
Länge ca. 1m (Handlauf Vorbau hinten und Sicherung darunter)
-
4 Stangen (Durchmesser ca. 8 cm)
Länge ca. 0,9m (Sicherungspflöcke Abspannungen)
Für die Leiter, die hier auf das ca. 4 Meter hohe Podest führen soll,
verwende ich:
-
2 Stangen (Durchmesser ca. 8 bis 10 cm)
Länge ca. 4,70m (Leiterholme)
-
ca. 13 Stangen (Durchmesser ca. 6 bis 7 cm)
Länge 0,70m (Leitersprossen)
Die Leiterholme haben unten ca. einen Abstand von 1,30m vom Lot des Bodens
aus gesehen und ruhen in einem Steinbett. Oben sind die Stangen
abgeschrägt, so dass sie gut und formschlüssig mit dem Hauptrahmenbalken
vernagelt werden können. Der Abstand zwischen den Holmen (Leiterbreite
innen) beträgt ca. 0,5
m, der Sprossenabstand siehe Schaubild C, beträgt ca. 28 cm. Die
Hauptstangen werden für jede Sprosse eingekerbt und diese doppelt über Kreuz
vernagelt! Werden für die Sprossen Rundhölzer verwendet, so Kappe ich
diese über die gesamte Länge vier mal um a), einen guten Anschlag zum Holm
zu bekommen und b), um einen sicheren Tritt zu haben. Zur Sicherheit
sollte zusätzlich noch ein Handlauf (entsprechend Zeichnung) angebracht
werden (Handlauf und Sprossen unbedingt ganz sauber entasten, damit die
Hand nicht in unangenehme Spitzen greift => Verletzungsrisiko).
Alle Stangen entasten, dort wo man später anfasst, - sehr sorgfältig.
Überall wo angenagelt wird, mit der Kettensäge plane Anschlagsflächen
schaffen. Wo große Nägel durchgeschlagen werden, wenn möglich mit
Akkuschrauber vorbohren. Dann beginnt die Montage des Unterbaus siehe
Abbildungen D-F oben:
-
Vorderseite auf eine freie Fläche zusammenlegen; oben das Rahmenteil auf
das passende Maß annageln, unten das Stück des unteren Rahmens
angenagelt
-
Gefertigtes Rechteck umdrehen und vorderes Innenkreuz reinnageln (im Kreuz deutlich platten, damit nicht
zuviel Spannung entsteht)
-
Die 2 langen Stangen der seitlichen Innenkreuze (jeweils eine links und
rechts) annageln, aber so, dass sie noch drehbar sind und sich noch
abspreizen lassen
-
Vorderseite mit Kreuz und den zwei Stangen der späteren seitlichen
Kreuze an die Stelle tragen wo später ungefähr der Hochsitz stehen soll.
ACHTUNG: unbedingt sollte vor dem Aufrichten ein Plateau für die später
aufgestellten Hauptträger geschaffen werden; dieses muss den richtigen
Abstand aufweisen (1,30 x 2.08 m) und in einer Ebene liegen (Wasserwaage
benutzen). Dies erleichtert spätere Adjustierungen, die damit auf ein
Minimum reduziert werden und sorgt somit für einen festen, senkrechten
und in sich rechtwinkligen Stand der Kanzel.
-
Vorderseite aufrichten: lange Stangen der späteren Seitenkreuze als
Hebel nutzen (3 Personen: einer hebt zunächst das Mittelteil, die zwei
Anderen drücken die Front mit dem genagelten Kreuz langsam jeder an
seiner Stange Stück für Stück hoch. Bei großen Kanzeln sind 4 Personen
nötig, und im Sinne der
Unfallverhütungsvorschrift sollte das
Rahmenteil immer mit Seilen gesichert werden.
-
Seitenstangen der späteren Seitenkreuze als Abstützung nutzen und im
"Raupenverfahren" sich dem endgültigen vorbereiteten Fundament nähern
und dort dann abstellen (schräg gespreizt, mit den langen Seitenstangen
als Abstützung)
-
Genauso mit dem Hinterteil verfahren, bis sich beide Teile in sich
gekippt gegenüberstehen. ACHTUNG: angenagelter Rahmenbalken hält das
komplette Gewicht des Aufbaus; unbedingt je Seite zwei dicke und vor
allem lange Nägel verwenden, die schräg nach unten eingeschlagen werden,
durchgehen und auf der Rückseite umgeschlagen werden. Zur Sicherheit
kann ein Sicherungsklotz zusätzlich darunter angenagelt werden.
-
Mit der Leiter die zwei langen Rahmenbalken auf Position bringen. daraus
ergibt sich dann fast automatisch der richtige und in sich rechtwinklige
Abstand. Mit der Wasserwaage nachjustieren, dann Festnageln. (Bild des
unfertigen Unterbaus einer 5 Meter Kanzel mit starken
Hauptträgern:)

-
Seitliche Teile des unteren Rahmens fixieren und annageln. (ACHTUNG: ist
noch alles im Lot und in der Waage?)
-
Seitlich Kreuze: da der Unterbau nicht mehr umkippen kann, können die
"Hilfsstützen" nun für Ihren eigentlichen Zweck genutzt werden: Anheben
und so am Unterbau (den Hauptträgern) ausrichten und festnageln, dass
die seitlichen Kreuze entstehen, danach die Überstände absägen.
-
Innere Verstrebungen des Unteren Rahmens anbringen und dreimal nageln
(Rahmen Seite; Rahmen vorne bzw. hinten; Hauptträger)
-
Seitlichen Abspannungen ausrichten und annageln (auch hier ein Steinbett
schaffen, damit später nichts abfaulen kann)
-
Abspannungen verstreben
-
Mit der hinteren Abspannung genauso verfahren
-
Mit der Leiter hoch und den Fußboden Brett für Brett festnageln (nicht
schrauben, sonst quietscht es später). Zwischen den Brettern ca. eine
Nagelstärke Luft lassen
-
Handlauf und Absicherung am Vorbau hinten anbringen
-
Vorgefertigte Leiter anstellen (auch auf Steinbett) und vernageln
-
Abspannungen mit den Sicherungspflöcken sichern: schräg in den Boden
schlagen und mit den Stangen vernageln.
-
Fertig ist der Unterbau
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3) Die
Kanzelmontage
Nachdem man
mit dem fertigen Unterbau quasi Richtfest feiern konnte, folgt nun die
letzte Arbeitsetappe: die Kanzelmontage
Optimalerweise hat man dazu insgesamt drei Leute vor Ort. Die
vorgefertigten Baumodule können mit einem Transporter, Pritschenwagen oder
Hänger einfach ins Revier gefahren und dort abgeladen werden. Als
Hilfsmittel zum Aufbau benötigt man ein langes Seil, eine Leiter, 4
Schraubzwingen, ein großes Winkeleisen + ggf. Wasserwaage, Hammer Nägel,
Schrauben, Bohrer + Akkuschrauber.
Man beginnt
mit der Vorderseite der Kanzel. Durch das Fenster wird das Seil
festgebunden (Schlinge). Zwei Mann steigen auf das Kanzelpodest und ziehen
die Wand hoch, der Dritte führt von unten nach. Oben angekommen, bringt
man die Vorderseite in Position (an die Kante des Kanzelbodens rücken) -
vorsichtig und langsam, damit nichts - vor allem man selber nicht - einen
Abgang macht. Dort hält eine Person das Stück fest, oder man fixiert es
provisorisch. Es folgt das gleiche Spiel mit der linken Seitenwand. Diese
wird dann rechtwinklig zur Vorderwand ausgerichtet. An den Rahmenbalken
beider Teile der fehlenden Fensterbretter wird eine Schraubzwinge
befestigt, so dass beide Teile verbunden sind und damit auch nicht mehr
umkippen können. Nun kommt die rechte Seitenwand, mit der man genauso
vorgeht und zum Schluss auch wieder (die zweite) Schraubzwinge befestigt.
Dann geht man äquivalent mit der Rückwand vor, die anschließend jeweils
mit den Seitenwänden über je eine Schraubzwinge fixiert wird. Es folgt die
finale Ausrichtung: steht die Kanzel gerade? Überlappt sie gleichmäßig an
den drei Seiten den Boden? Sind alle Seiten rechtwinklig? Passen alle
Teile genau / liegen die Balken formschlüssig aneinander? Wenn ja, dann
nageln und schrauben. In den Boden und den darunter liegenden Rahmen, die
Balken der Seitenteile und schließlich noch eine Vernagelung der
Seitenbretter mit dem Rahmen der Vorder- und Hinterseite von außen mit
einer angestellten Leiter. Alle Schraubzwingen können entfernt werden.
Als
Nächstes wird die linke Dachhälfte hochgebracht. Vom Vorbau und von innen
aus wird sie auf den Korpus gelegt und kann Dank der gemachten Anschläge
sofort problemlos ausgerichtet werde. Es folgt die rechte Dachhälfte; auch
Sie wird ausgerichtet und dabei darauf geachtet, dass sich die
Ondulineplatten störungsfrei überlappen. Mit zwei Schraubzwingen und den
jeweils am Dach angebrachten Behelfsklötzchen werden die zwei Hälften
aneinander gezogen. Sitzt alles, so wird das Dach vernagelt.
Die Tür ist
der vorletzte Arbeitsschritt. Sie wird mittels kleiner Keile im Türrahmen
ausgerichtet. Zwei lange Scharnierbänder werden angehalten und Löcher für
Schrauben angezeichnet. Links am Türanschlag wird in die Rahmenbalken
vorgebohrt, dann die Bänder mit langen Schrauben verschraubt; danach die
Tür mit den Scharnierbändern. Noch kurz ein Schieberiegel oder Holzriegel
angebracht: fertig!
Das Finale beginnt mit dem Innenausbau der Kanzel. Die vorgefertigten
Auflagebretter werden, nachdem Stützsäulen und Stützunterlegbalken
montiert worden sind, angeschraubt / genagelt (Bild 6). Nun werden noch
die drei Plexiglasfenster über Winkelscharniere angeschraubt und
anschließend seitlich mit den vorbereiteten Brettern + Anschlagslatten
verblendet. Hinten rechts noch schnell die Armauflage (für den weiten
Schuss nach rechts aus dem Fenster) angebracht, dann kann das Sitzbrett
auf die dafür vorgesehene Auflage gelegt werden - und der erste Ansitz
kann kommen... Waidmannsheil!
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Weitere gute / alternative Bauanleitungen und Tipps zu Kanzeln und
Hochsitzen findet man auch mit etwas Suche im WWW, z.B.:
http://www.jagdmagazin.de/kanzeln.htm |
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